Naturkundemuseum

SR Jörg Kühne

Redebeitrag unseres Stadtrates Jörg Kühne:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Dubrau, sehr geehrte Herren Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren Stadträte, liebe Gäste,

die heutige Entscheidung zur Zukunft des Naturkundemuseums am Standort Baumwollspinnerei im Leipziger Westen ist aus Sicht meiner Fraktion der äußerst bedauerliche Endpunkt der langen traditionsreichen Geschichte des Leipziger naturkundlichen Museums am Standort Lortzingstraße, wenn die Vorlage heute so beschlossen wird.
Aus unserer Sicht hat das Museum nur eine Zukunftsoption am traditionsreichen Standort in der Innenstadt. Wir befürchten, dass die erwarteten Besucherzahlen am geplanten neuen Standort im Leipziger Westen nicht einmal ansatzweise erreicht werden können. Mal ganz davon abgesehen, dass die Erreichbarkeit des neuen Standortes mit Bus und Bahn für Besuchergruppen und Einzelpersonen schwieriger wird, da eine direkte ÖPNV-Verbindung an die Baumwollspinnerei nicht vorhanden ist und auch künftig nicht in Sicht sein wird. Deshalb werden Besucher das Angebot eines Naturkundemuseumsbesuches am Rande der Stadt aus unserer Sicht wohl nicht in der erhofften Größenordnung ins Auge fassen. In Zentrumsnähe wäre das schon eher gegeben, weil der Museumsbesuch mit anderen Angeboten wie zum Beispiel einem Zoo- Besuch oder einer anderen kulturellen Einrichtung im Zentrum verbunden werden kann.
Meine Fraktion befürchtet, dass die zu erwartenden Kosten für die Ertüchtigung zum Betreiben des NKM in der Halle 7 der Baumwollspinnerei um ein Vielfaches steigen werden. Schon weil man nicht genau weiß, welche baulichen Belastungen in dem Gebäude der Halle 7 noch so schlummern.
Man kann es auch drastisch formulieren: die Kosten dort werden wohl noch explodieren!

Einen vielleicht gangbaren Ansatz hatte aus Sicht meiner Fraktion hingegen der Förderverein der Freunde des NKM ins Gespräch gebracht, nämlich das Haus an der Lortzingstraße als Ausstellungshaus zu sanieren und Teile des Fundus in die Halle 7 der Baumwollspinnerei einzulagern.
Klar ist, dass dieser Vorschlag bei der aktuellen und wohl leider auch künftig zu erwartenden finanziellen Lage unserer Stadt bestenfalls Schritt für Schritt und bei zeitweiser Schließung des Museums umsetzbar wäre, und wohl einen längeren Sanierungszeitraum zur Folge hätte. Jedoch das Museum wäre am traditionellen Standort gerettet und man hätte auch das Problem mit der Lagerung der Exponate halbwegs gelöst.
Positiv ist, dass zum Beispiel LOFFT, und Tanztheater in der Baumwollspinnerei eine neue Heimstatt finden, um diese kulturellen Institutionen aus ihren beengten Verhältnissen zu befreien.
Aber ein so traditionsreiches Museum im Westen der Stadt anzusiedeln ist aus Sicht der AfD-Fraktion falsches Handeln, und beendet leider die über hundertjährige Geschichte des Leipziger NKM am alten historischen Standort. Was dann in der Tat ein unwiederbringbarer Verlust unserer städtischen Museumslandschaft zur Folge haben wird.
Und es ist eher banal, sich darüber Gedanken zu machen, ob das jetzige Haus verkauft oder nur verpachtet wird, so oder so wird das Museum mit der heutigen Entscheidung seiner Zukunft beraubt.
Aus den genannten Gründen werden wir der Vorlage keines Falls zustimmen!

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.

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