Kinosaal der Runden Ecke

SR Jörg Kühne

Presseerklärung zu derzeitigen Diskussion um das Ausstellungsgeschehen im Kinosaal der ehemaligen
Bezirkszentrale der Staatssicherheit.

Dazu die folgende Stellungnahme von Jörg Kühne, Mitglied des Betriebsausschusses Kultur der Fraktion:

Zunächst: Die AfD-Stadtratsfraktion ist nicht gegen die Durchführung der vom Schulmuseum geplanten Wanderausstellung der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema „Was glaubst du denn? Muslime in Deutschland“ im Herbst dieses Jahres. Sind doch Information und Wissen zu dieser Thematik in jeder Beziehung hilfreich. Da im Herbst im Kinosaal der “Runden Ecke“ mit der Dauerausstellung „Friedliche Revolution 1989“ wiederum an die einmaligen Ereignisse des Herbstes 1989 erinnert wird, ist aus der Sicht der AfD-Fraktion die geplante Ausstellung der Bundeszentrale in dieser Örtlichkeit problematisch.
Die Fraktion schlägt deshalb vor: Schulmuseum und die Stadt Leipzig bemühen sich darum, die Wanderausstellung der Bundeszentrale für öffentliche Bildung in den Örtlichkeiten des Hauptbahnhofes oder in den Höfen am Brühl durchzuführen. Hierzu nehmen beide Kontakt mit den jeweiligen Geschäftsleitungen auf. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die genannten Orte sind stark frequentiert. Somit erreichen die Veranstalter der Ausstellung eine viel höhere Aufmerksamkeit bei Bürgern unserer Stadt, bei einer großen Zahl von Gästen, Christen oder Menschen anderen Glaubens. Gleichzeitig erhält die Bundeszentrale für ihr weiteres Wirken ein größeres Meinungsbild in einer so bedeutenden mitteldeutschen Stadt wie Leipzig. Vielleicht ist dies ein gangbarer Weg – bis zum 18. Oktober, dem Tag des Ausstellungsbeginns, wäre ja noch etwas Zeit.
Was die gegenwärtige Kontroverse jedoch auch zeigt: Das kleine, sorgfältig gestaltete Schulmuseum bedarf perspektivisch nach Auffassung der AfD-Fraktion eine andere, mit ausreichend Platz ausgestattete Örtlichkeit in der Stadt, um Fundus und Ausstellungen über die Schule der Vergangenheit und Gegenwart interessierten jungen und weniger jungen Menschen darzubieten. Am jetzigen Standort fristet das Schulmuseum leider ein eher weniger beachtetes Dasein.
Die „Runde Ecke“ mit ihrem Kinosaal im Dittrichring 24 hat auch für meine Begriffe ein historisch zu benennendes Alleinstellungsmerkmal. Die menschenverachtendenden Aktivitäten, die bis 1989 an diesem Ort geschahen, und die diese überwindenen Gegenaktivitäten und machtvollen
Demonstrationen der Bürger Leipzigs sollten auch weiterhin in dem geschichtsträchtigen Gebäude der Öffentlichkeit gezeigt werden: Eben – die Friedliche Revolution in ihren ganzen Facetten, die zur Überwindung des SED-Regimes und seines Machtapparates führten.
Die herausragende Arbeit des Leipziger Bürgerkomitees um dessen Leiter Tobias Hollitzer wird aus unserer Sicht auch künftig der Garant dafür sein, dass die ehemalige Bezirkszentrale der Staatssicherheit eine vielbesuchte Erinnerungsstätte gegen das Vergessen und Verdrängen sein wird. Im dortigen Kinosaal sollten ausschließlich Ausstellungen zur Friedlichen Revolution, zur Geschichte des Machtapparates der SED und seiner Gliederungen, des Grenzregimes in der DDR und Foren zu derartigen Realitäten in der DDR durchgeführt werden.

gez. Jörg Kühne Leipzig, 25. August 2016
Stadtrat
AfD-Fraktion

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