Freiheits- und Einheitsdenkmal

SR Jörg Kühne

Redebeitrag unseres Stadtrates Jörg Kühne bezüglich des Freiheits- und Einheitsdenkmals

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren Beigeordnete und Stadträte, liebe Zuhörer auf der Gästetribüne

Meine Fraktion ist nicht gegen einen zweiten Versuch,
ein Freiheits- und Einheitsdenkmal zur Erinnerung an die historischen Ereignisse der Friedlichen Revolution des Herbstes 1989 in Leipzig zu errichten.

Diese Demokratiebewegung – an der sich damals auch drei Mitglieder meiner Fraktion aktiv beteiligten – trug entscheidend dazu bei, das SED-Regime in Mitteldeutschland zu beseitigen.

Diese friedliche Revolution führte uns am 18. März 1990 zu den einzigen freien Wahlen in der Geschichte der DDR und nur wenige Monate später folgte am 03. Oktober 1990 die Wiedervereinigung unseres Landes in Freiheit.

Deshalb wird das Denkmal dauerhaft freudige Mahnung an das herausragende demokratische Leistung der Menschen unserer Stadt und der Region und die Geschehnisse des Herbstes 1989 sein.

Künftigen Generationen aber kann es auch Erinnerung und Mahnung an die geschichtliche Dimension der friedlichen Revolution von 1989 sein. Sie brachten allen Freiheit, Einheit und Demokratie.

Das die Stadt Leipzig diesen zweiten Versuch der Stiftung „Friedliche Revolution“, den Bürgerrechtlern von damals, und der Bürgerschaft unserer Stadt überlassen will, ist nach dem kläglich gescheiterten ersten Versuch zur Errichtung des Denkmals auf dem Leuchnerplatz eine kluge Entscheidung.

Den Ort des zu errichtenden Denkmals, welchen sich nicht wenige Menschen am Ausgangspunkt der Demonstrationen in den Herbsttagen 1989, auf dem Augustusplatz wünschen, sollte nicht vornehmlich die Politik finden.

Zumal wir alle wissen, dass es nicht kleine Widerstände in der Bürgerschaft unserer Stadt gibt, gegen einen weiteren Gedenkort an die Friedliche Revolution. Die Argumente, dass es schon genug Orte des Erinnerns, zum Beispiel am Nikolaikirchhof, den Stationen der Demos um den Ring, und auch das Areal der Runden Ecke gibt, sind sicher allen in diesem Hause bekannt.
Also gilt es die Bürger tatsächlich und nachhaltig einzubeziehen.
Sich Zeit zu lassen mit dem Austausch unterschiedlicher Meinungen zu Standort und Aussehen des künftigen Einheits- und Freiheitsdenkmals.

Das die AfD- Fraktion den Antrag der Fraktion Die Linke ablehnt
wird wohl niemanden in diesem hohen Hause verwundern.

Obgleich die Intension der Antragsteller nachvollziehbar ist.
Wäre ein solches Denkmal doch auch Mahnmal und Mahnung, an die zahlreichen Untaten die die SED- Machthaber in der damaligen DDR zu verantworten hatten.

Für die Partei in Nachfolge der SED ist so ein weiterer Erinnerungsort sehr schwer verdaubare Kost. Man hätte doch wohl lieber den leichter verdaulichen Schlussstrich ohne Denkmal.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit

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