Absage an den ZdK (Katholikentag)

SR Holger Hentschel

Antwort des Stadtrates Holger Hentschel auf die Äußerungen des Sprechers des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK)
Herrn Theodor Bolzenius

Sehr geehrter Herr Bolzenius,

bisher habe ich mich als Stadtrat der AfD-Stadtratsfraktion zu diesem Thema nicht geäußert. Als konfessionsloser Mensch wollte ich diesbezüglich keine Stellungnahme geben, doch das Interview mit Theodor Bolzenius in der LVZ veranlasst mich nun doch zu Wort zu melden.

Aus unserer Stadtratsfraktion bin ich der einzige Stadtrat ohne Konfession. Dies ist zunächst nicht zu bewerten, weder positiv noch negativ. Ich erkenne aber die historische Entwicklung der Kirche in Deutschland und Europa an, weshalb ich auch kein Veto bezüglich eines Kreuzes in unseren Fraktionsräumen einlegte.

Folgerichtig begrüßte ich die Einladung zum Kirchentag. Auch als „Nicht-Christ“ wollte ich mit dem Teilnehmern und anderen Interessenten in den Dialog treten. Demokratie lebt vom Austausch, vom Dialog und von Streitgesprächen.

Nun wirft uns das ZdK vor, wir entziehen uns einem öffentlichen Dialog. Ich möchte feststellen, dass wir als Stadtratsfraktion die Einladung zum Katholikentag angenommen hatten, letztendlich aber vom ZdK wieder ausgeladen worden sind. Uns liegt der offene Dialog sehr am Herzen, dem ZdK auch?

Des Weiteren wird uns polemischer Populismus vorgeworfen. Auch diesen Vorwurf muss ich entschieden zurück weisen. Die AfD hat niemals ihre Unterstützer aufgefordert die Kirche zu verlassen. Die Kirche agiert populistisch, wenn Sie auffordert das AfD´ler aus der Kirche austreten sollten oder wenn bei AfD-Veranstaltungen die Beleuchtung der Kirchen abgestellt werden.
Sie agieren meiner Meinung nach populistisch, wenn Sie sich explizit auf des Grundgesetz berufen und der AfD aus dem Kontext heraus dies absprechen.

Die Kirche betont im Interview besonders ihre Diskussionsfähigkeit. Wenn bei Diskussionen aber andere Meinungen ausgesperrt werden und das Ergebnis letztendlich schon vor der Diskussion festzustehen scheint, dann sehe ich eben diese Diskussionsfähigkeit als stark gefährdet an.

Als konfessionsloser Leipziger bin ich von dem ZdK maßlos enttäuscht. Sie werfen der AfD die Spaltung der Gesellschaft vor, verkennen dabei aber Ursache und Wirkung. Ist die Ausladung nicht eine Form der Gesellschaftsspaltung, eine Unterteillug in gut und böse?
Die Ausladung ist das falsche Signal einer offenen Diskussion.

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