Studie "Die enthemmte Mitte"

Die Studie „Die enthemmte Mitte“ bestimmte gestern die Nachrichten. Sie zeichnet ein dramatisches Bild von Fremdenfeindlichkeit in Deutschland - die Mitte Deutschlands sei rechtsextrem geworden und die AfD ist ihr perfektes Auffangbecken.

Nun sollte man sich, bevor man eine Studie liest, anschauen, wer diese finanziert hat. In diesem Fall sind es die Stiftung der Grünen, die Böll-Stiftung, und die Luxemburg-Stiftung der Linkspartei. Eigentlich könnte man da die "Studie" schon wieder weglegen.

Das haben die Zeitungen und Nachrichten aber nicht gemacht, im Gegenteil, sie haben sich auf die Zahlen gestürzt und diese unüberprüft übernommen - der "hässliche Deutsche“ ist wieder da.

Was die Studie tatsächlich wert ist, kann man heute im Deutschlandfunk nachlesen. Klaus Schroeder, Extremismusforscher an der Freien Universität Berlin, kritisiert die methodischen Grundlagen. Die Fragen seien häufig suggestiv gestellt, die Untersuchung insgesamt sei von Interessen geleitet und völlig überzeichnet.

Auf die Frage des Reporters, ob die AfD denn die neue NPD sei - wie in der Studie suggeriert - findet Schroeder eine klare Antwort:
"Nein, ist sie nicht. Wir haben gut fünf Prozent, die als rechtsextrem gelten. Von denen würde ein Drittel die ‪#‎AfD‬ wählen. Das sind nicht mal zwei Prozent der Bevölkerung. Das können Sie ausrechnen dann, wie viele von den AfD-Wählern, wenn sie zehn bis 15 Prozent erhält, rechtsextrem eingestellt sind. Und im Übrigen würden 15 Prozent der Rechtsextremen die SPD wählen. So ist das ja nicht. "

In diesem Sinn, Mülleimer auf, Studie rein, fertig.

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